Verbreitung, Lebensweise und Habitat
Die Gattung Thamnophis besiedelt mit derzeit 34 wissenschaftlich anerkannten Arten (Stand 2005) nahezu den kompletten nordamerikanischen Kontinent, den Süden Kanadas und Teile von Mittelamerika.
Zum Stand der einzelnen Unterarten möchte ich bewusst keine Angaben machen, da hier nach wie vor Unklarheit bzw. Uneinigkeit herrscht. Eine komplette Artenliste findet man z.B. im Terraristik - Themenheft DRACO "Strumpfbandnattern" Nr.25, Jahrgang 7 (2006-1) oder auf www.sirtalis.de.
Ihr natürliches Habitat bilden häufig Feuchtgebiete an Seen, Flüssen und Sümpfen, jedoch werden auch offene Weide- u. Graslandschaften sowie lichte Waldgebiete fernab von jeglichen Gewässern besiedelt. In einigen Fällen, z.B. Thamnophis radix, sind die Schlangen auch als Kulturfolger in Parkanlagen oder Vorgärten zu finden.
Der Grossteil aller Vertreter der Gattung Thamnophis lebt tagaktiv, nur wenige Ausnahmen sind auf Grund extrem hoher Tagestemperaturen während der Sommermonate zu einer phasenweise nachtaktiven Lebensweise übergegangen, z.B. südliche Unterarten von Thamnophis marcianus.
Strumpfbandnattern können zwar auch recht gut klettern, den Grossteil des Tages verbringen sie jedoch in Bodennähe.

Einordnung in das Tierreich
Strumpfbandnattern gehören innerhalb der Unterordnung Serpentes (Schlangen) zur Familie der Nattern (Colubridae). Dort gehören sie der Unterfamilie der Wassernattern (Natricinae) an.
Verhalten im Terrarium
Strumpfbandnattern sind im Terrarium an und für sich recht dankbare und vergleichsweise unkompliziert zu haltende Schlangen.
In den seltensten Fällen zeigen sie ein aggressives Verhalten dem Pfleger gegenüber und flüchten bei Störungen eher, als das sie versuchen zu beißen.
Häufig durchstreifen sie tagsüber neugierig ihr „Revier“ und lassen sich auch selten dabei stören.
 
Einige wenige flüchten aber auch, sobald man nur den Raum betritt. Das Verhalten der Schlangen ist sehr individuell und lässt sich nicht verallgemeinernd beschreiben.
Während die eine, wie oben erwähnt, bei Störung lieber ihr Versteck aufsucht, versucht die andere den „Feind“ mit schnellen Abwehr- bzw. Scheinbissen zu beeindrucken.
Muss man die Schlangen aus dem Terrarium herausnehmen (z.B. wegen Reinigungsarbeiten oder Tierarztbesuchen) ist ein beherztes Zupacken die richtige Vorgehensweise. Sich mit Vorsicht und Bedacht den Schlangen zu nähern ist in den seltensten Fällen mit Erfolg verbunden.
Hat man sie dann gepackt, sollte man die Schlangen am besten in der Körpermitte halten und sie in einigen Schlingen in der Hand sanft fixieren. Die Tiere mögen es nicht allzu gerne im Kopf- und Schwanzbereich angefasst bzw. gehalten zu werden.

Bei dieser Vorgehensweise kommt es in den seltensten Fällen zu Bissversuchen.
Was sich viele Tiere auch nach mehrmaligem Händeln nicht abgewöhnen, ist das absondern eines wirklich übel riechenden Gemischs aus Kot und Sekreten aus den Analdrüsen bei Ergreifen der Schlangen. Dies dient der Feindabwehr und ist bei vielen Wassernattern zu beobachten – z.B. auch bei unserer einheimischen Ringelnatter (Natrix natrix).
Will man verhindern, dass einen die Schlange „einstinkt“ (und das tue ich ganz sicher, denn es stinkt wirklich zum Gotterbarmen), verwendet man Einweghandschuhe o.ä.
Ansonsten kann man abschließend sagen, dass der Großteil der Strumpfbandnattern in Terrarienhaltung ein friedfertiges und neugieriges Verhalten an den Tag legt.
Ernährung
Strumpfbandnattern steht in freier Wildbahn ein recht umfangreiches Nahrungsangebot zur Verfügung. Die Hauptnahrung der meisten Vertreter der Gattung Thamnophis dürfte aus Amphibien und deren Entwicklungsstadien bestehen und nicht, wie fälschlicherweise immer wieder angenommen, aus Fisch.
Des Weiteren zählen Würmer, Schnecken, und kleinere Wirbeltiere auf dem Speiseplan der Schlangen.
Während es auf der einen Seite viele Nahrungsspezialisten gibt, welche sich z.B. ausschließlich von Schnecken und Würmern ernähren (Thamnophis ordinoides) gibt es auch Opportunisten wie z.B. Thamnophis elegans ssp. , welche mitunter das breiteste Nahrungsspektrum aufweisen (Amphibien, Fische, Würmer, Schnecken, Echsen, Schlangen, Vögel und kleinere Nager).
Das Futterangebot in Terrarienhaltung beschränkt sich meist auf Fisch und hier vor allem auf Stinte (Osmerus eperlanus), sowie Nestjunge bis wenige Tage alte Nager (Mäuse und Ratten). In so gut wie allen Fällen, lassen sich Strumpfbandnattern an die Fütterung mit toten Nagern gewöhnen, nur wenige Ausnahmen verweigern dauerhaft Nagetiere und ziehen diesen Fische vor.
Alle Futtertiere, egal ob Stinte oder Nager, lassen sich tot und tiefgefroren über Zoofachgeschäfte, das Internet oder auch über Reptilienbörsen beziehen. Von der Fütterung lebender Futtertiere rate ich bei Strumpfbandnattern entschieden ab.
Die Futtertiere, egal ob Fische oder Nager, bietet man am besten im Ganzen in einer flachen Schale oder einem Teller an und stellt diese einfach in das Terrarium.
 
Die Nattern brauchen beim Füttern keinen Bewegungsanreiz und nehmen in den meisten Fällen selbstständig die einzelnen Futtertiere an.
Für Jungtiere ist es erforderlich, dass man das Futter klein schneidet. Selbst eine Babymaus (Pinky), wäre für eine neugeborene bzw. wenige Wochen alte Strumpfbandnatter zu groß.

Vorsicht ist geboten, wenn man mehrere Schlangen in einem Terrarium füttert. Sehr häufig verbeißen sich zwei Schlangen in ein Futtertier. Wenn man dann als Pfleger nicht zur Stelle ist und eingreift, kann es passieren, dass die eine Schlange die dem Futter „anhängende“ andere Schlange schlicht und ergreifend als „Verlängerung“ des Futtertieres ansieht. Die Schlangen fressen dann solange weiter, bis eine ihr Maul über den Kopf der anderen stülpen kann und sie somit quasi verschluckt. Trennt man die Tiere nicht spätestens hier, hat es i.d.R. den Tod beider Schlangen durch ersticken zur Folge. Um die Schlangen zu trennen, genügt es meist sie lediglich zu berühren. Bei ganz hartnäckigen Tieren, kann man sie auch unter kaltes, fliesendes Wasser halten.
Um vorweg genannten Komplikationen bei der Fütterung vorzubeugen, füttere ich all meine Schlangen (abgesehen von den Jungtieren) getrennt in einzelnen Boxen.

Will man seine Tiere dauerhaft mit Fischen (Stint) ernähren kommt man nicht umhin, dem Futter Vitaminpräparate hinzuzufügen. Stinte (jedoch nicht nur diese, sondern insbesondere auch alle Weißfische) beinhalten ein Enzym (Thiaminase), welches Vitamin B1 (Thiamin) im Körper der Schlangen abbaut. Die Folge eines Vitamin B1-Mangels sind u.a. krampfartige Bewegungen und Unkoordiniertes zurückwerfen des Kopfes bzw. des vorderen Körperdrittels („Sternguckerkrankheit“). Erkennt man einen Mangel an Vitamin B1 rechtzeitig, kann der Schlange durch Gabe von thiaminhaltigen Präparaten geholfen werden und die Symptome verschwinden meist wieder rasch und ohne nachhaltige Folgen für das Tier. Wird der Mangel allerdings zu spät erkannt und mit der Therapie begonnen, endet das im Großteil aller Fälle mit dem Tod der Schlange.
Demnach sollte der Gabe von Vitamin B1 vorrangig Beachtung geschenkt werden. Reines Vitamin B1 erhält man z.B. in der Apotheke.
Bei Vitamingaben ist aber wie immer ein gewisses Fingerspitzengefühl seitens des Halters gefordert. Genau wie eine Vitaminunterversorgung (Hypovitaminose) kann auch eine Vitaminüberversorgung (Hypervitaminose) dauerhaft schädlich, wenn nicht sogar tödlich für die Schlange sein. So sollte es ausreichen, wenn man (bezogen auf die ausschließliche Ernährung mit Stint) bei jeder zweiten bis dritten Fütterung eine Messerspitze Vitaminpräparat (angereichert mit reinem Vitamin B1) über die Futtertiere gibt.
Aus o.g. Gründen ist die überwiegende Fütterung von Nagern (Mäuse und Ratten) den Stinten vorzuziehen, da hierbei eine Vitaminisierung der Futtertiere ausbleiben kann. Jedoch spricht auch nichts dagegen, neben den Nagern auch ab und an Stinte (oder andere Fische) zur Erweiterung des Speiseplans anzubieten.
Ein sehr wichtiger Aspekt, den manche gerne außer Acht lassen, ist die regelmäßige Versorgung der Schlangen mit frischem Wasser. Wenngleich Strumpfbandnattern einen schnelleren Stoffwechsel wie z.B. viele Riesenschlangen haben und demnach häufiger gefüttert werden müssen, können sie dennoch eher länger ohne Nahrung auskommen, als ohne frisches Wasser.
Interessant zu beobachten ist, dass manche Tiere scheinbar frisches Wasser förmlich riechen können. Oft habe ich schon beobachtet, dass Tiere, sobald ich die Wasserschale gereinigt und aufgefüllt habe, aus ihren Verstecken kamen und ausgiebig getrunken haben. Da die Schlangen gerne in ihren Wasserschalen baden und dadurch zum einen Teile des Bodengrunds in den Wasserbehälter tragen, zum anderen auch häufig im Wasser Kot absetzen, empfiehlt es sich, den Wasserbehälter spätestens nach zwei Tagen zu reinigen und aufzufüllen, bei akuter Verschmutzung selbstverständlich früher.

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